Das World Band Festival Luzern ist ein Musikfestival für bläserisches Musizieren

World Band Festival Luzern

Das World Band Festival Luzern erschien im Jahr 1999 erstmals im Konzertkalender des Kultur- und Kongresszentrums Luzern. Seither pflegt Luzern neben Klassik, Jazz und Pop auch bläserisches Musizieren – und das auf höchstem Niveau. Während acht Tagen im September/Oktober treffen sich die weltbesten Orchester, Ensembles, Dirigenten und Solisten im Kultur- und Kongresszentrum Luzern. Die Publikumszahlen konnten kontinuierlich gesteigert und auf einem Niveau von 18‘000-20‘000 etabliert werden. Damit erlangte es den Status des «grössten und bedeutendsten Festivals Europas für bläserisches Musizieren». Dies bezieht sich neben den Publikumszahlen auch auf den künstlerischen Anspruch und auf die Vielfalt der vertretenen Nationen.

Stiftung World Band Festival Luzern

Unter dem Namen Stiftung World Band Festival Luzern besteht seit Dezember 2004 eine Stiftung mit Sitz in Luzern. Die Stiftung bezweckt die Organisation und Durchführung des World Band Festivals Luzern als qualitativ hochstehende Plattform bläserischen Musizierens. Sie kann nebst Konzerten insbesondere auch Fachausstellungen, Fachkongresse und bläserische Veranstaltungen aller Art durchführen. Die Stiftung versteht sich als gemeinnützig.

Stiftungsrat

Kurt Sidler (Präsident), Werner Obrecht, Manfred Obrecht, Christof Obrecht, Sabrina Obrecht, Xander Seiler

Patronat

Fabian Peter, Regierungsrat des Kantons Luzern, präsidiert das Patronatskomitee, das sich mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Militär zusammensetzt.

Entwicklung des Festivals

Das World Band Festival Luzern beinhaltete bei seiner ersten Austragung im Jahr 1999 vier Konzerte und einen Contest, dauerte fünf Tage und zog 9‘000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland an. Bei kontinuierlichem Wachstum wurde das Spektrum Jahr für Jahr erweitert. Das vierte Festival wies bereits eine Verdoppelung der Anzahl Konzerte auf.

In weiteren Austragungen des Festivals wurden Konzerte für zeitgenössische und originale Blasorchesterliteratur, aber auch eine Dixie-Night programmiert.

Im Jahr 2003 strahlte Schweizer Radio DRS 1 am Samstagnachmittag während zwei Stunden erstmals die Direktsendung «World Band Festival live» vom Europaplatz vor dem KKL Luzern mit Formationen aus dem In- und Ausland mit einem grossen und begeisterungsfähigen Publikum auf dem Platz und rund 600’000 Radiohörern aus.

Das 22. World Band Festival musste aufgrund der Coronavirus-Pandemie in das Jahr 2021 verschoben und redimensioniert werden. Die 6 Konzerte und der Brass Band Contest wurden von 8‘000 Musikliebhabern besucht.

Das World Band Festival bietet dem bläserischen Musizieren in seiner ganzen Breite eine Plattform und schafft Räume für Begegnung und Austausch über Generationen, soziale Hintergründe und Regionen hinweg. Beispiele dafür sind die Produktion «Tattoo on Stage», bei der über 300 Musiker:innen aus fünf Ländern – darunter fünf Formationen aus der Schweiz – während drei Tagen gemeinsam ein Programm einstudieren und dieses an zwei Aufführungstagen präsentieren oder die Open-Air-Veranstaltung, bei der Jugendformationen wie die BML Talents aus Luzern gemeinsam mit international renommierten Formationen wie den Kaiser Musikanten (Österreich) oder der Black Dyke Band (England) eine Radiosendung gestalten.

Damit und insbesondere mit dem Swiss Open Contest wird die Schweizer Blasmusik-Szene und deren Nachwuchs gestärkt. Am Wettbewerb auf Höchstniveau nehmen Ensembles aus allen Landesteilen teil und werden von einer internationalen Jury bewertet. Sie setzen sich aus jungen Musiker:innen im Alter zwischen 16 und 29 Jahren zusammen.  

Mit dem Familienkonzert soll den jüngsten Besucher:innen ein niederschwelliger, altersgerechter Zugang zur Musik ermöglicht werden. Das diesjährige Konzert wird zudem vom Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester gestaltet und damit von Jugendlichen im Alter von 15 bis 25 Jahren getragen, denen eine Karriere als Musiker:in offensteht.

Des Weiteren initiiert das Festival neue Blasmusikliteratur beispielsweise mit Kompositionsaufträgen an Schweizer Komponist:innen (z. B. «Reflection of Colours» von Thomas Trachsel oder «Phoenicia» von Stephan Hodel), sowie durch internationale Auftragskompositionen. Für das diesjährige Kirchenkonzert wird Literatur für Brass-Solist:innen mit Orgelbegleitung in Auftrag geben. So wird unter anderem Marc-Antoine Charpentiers «Te Deum» arrangiert für Brass-Quartett und Orgel und damit gezielt das Repertoire erweitert. Die entstandenen Werke werden verlegt und sind öffentlich erhältlich.

In einer vielschichtigen und schnell getakteten Gesellschaft wie der heutigen sind verbindungstiftende sowie entschleunigende Erlebnisse von besonderer Relevanz. Musik kann dazu einen äusserst wirkungsvollen Beitrag leisten genauso wie zur kognitiven und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Das World Band Festival Luzern strebt als Plattform für bläserisches Musizieren an, sich in diesen Bereichen einzubringen.

Mit einem vielfältigen Konzertangebot werden Menschen verschiedener Altersgruppen, sozialer Hintergründe und Regionen zusammengebracht – sowohl im Bereich der beteiligten Musiker:innen als auch im Publikum – und niederschwellige kulturelle Teilhabe zu ermöglicht. Damit werden der intergenerationelle Dialog gefördert, die Vielfalt der Schweizer Bläserszene gestärkt und so ein Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt geleistet. Gleichzeitig entstehen viele entschleunigende Moment. Mit den Formaten zur Nachwuchsförderung werden ausserdem die jüngeren Generationen zum Musizieren angeregt bzw. in der Ausübung ihres Hobbys oder auf ihrem Ausbildungsweg motiviert und gefördert.

Von der Laienformation bis zum professionellen Klangkörper setzen wir konsequent auf künstlerische Qualität und Professionalität. Entscheidend sind eine überzeugende musikalische Umsetzung sowie die inhaltliche Relevanz im Hinblick auf das jeweilige Projektthema.

Bei der Auswahl achten wir auf eine gute Mischung aus regionalen, überregionalen sowie internationalen Akteur:innen und fördern Diversität und Perspektivenvielfalt in Bezug auf Generationen, Ausbildungsniveaus und musikalische Handschriften. Nischenformate – etwa Blechbläserensembles, Blasorchester oder Dixieland-Formationen – werden bewusst auf der grossen Bühne präsentiert, um maximale Sichtbarkeit zu erreichen.

Wir achten bei der Programmgestaltung bewusst auf eine vielfältige Auswahl an Ensembles hinsichtlich Herkunft, Altersstruktur und musikalischer Stilrichtungen. Internationale und lokale Formationen werden gleichwertig eingebunden, um kulturellen Austausch und gegenseitiges Lernen zu fördern.

Durch spezielle Konzertformate sowie Jugendensembles ermöglichen wir jungen Musiker:innen und Amateurformationen den Zugang zu einer professionellen Festivalplattform. Damit fördern wir die soziale Durchlässigkeit im bläserischen Musizieren.

Unsere Hauptspielstätte, das KKL Luzern, bemüht sich um einen möglichst barrierearmen Zugang zum gesamten Konzerthaus und informiert transparent über die Zugänglichkeit (https://www.kkl-luzern.ch/besuch/barrierefreiheit). Zudem achten wir auf sozialverträgliche Ticketpreise.

Das Festival steht für Offenheit, gegenseitigen Respekt und interkulturellen Dialog. Diskriminierung jeglicher Art wird nicht toleriert.

72% unseres Publikums reisten 2025 mit dem öffentlichen Verkehr an. Wir fördern diese Quote durch aktive Kommunikation der optimalen ÖV-Anbindung. Zudem reduzieren wir Drucksachen durch digitale Kommunikation (CRM, Mail, Web, Social Media) und planen internationale Engagements so, dass zusätzliche Flugreisen möglichst vermieden werden.

Unser Hauptspielort, das KKL Luzern, ist mit dem Level III "Leading" Teil des Nachhaltigkeitsprogramms "Swisstainable". Auf ökologischer Ebene werden u.a. Menge und Einfluss der Energieverbräuche gemessen, der CO2-Ausstoss reduziert, Abfall minimiert und bei der Verpflegung auf die Verwendung von lokalen, saisonalen und ressourcenschonenden Zutaten geachtet.

Allgemeine Öffentlichkeit
Das Angebot richtet sich grundsätzlich an die gesamte Bevölkerung. Es werden Inhalte in unterschiedlichen musikalischen Genres und zu verschiedenen Tageszeiten angeboten. Die Veranstaltungen sind sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig zugänglich, um eine möglichst breite gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Musiker:innen
Musiker:innen erhalten eine Plattform zur aktiven künstlerischen Präsentation sowie zur Vernetzung und zum inhaltlichen Austausch. Darüber hinaus bietet das Programm die Möglichkeit, selbst kulturelle Inhalte zu rezipieren und sich weiterzubilden.

Musikinteressierte
Angesprochen werden Personen aller Altersgruppen, die sich für Live-Musik und Konzerte interessieren und kulturelle Angebote aktiv wahrnehmen möchten.

Blasmusikinteressierte
Ein besonderer Fokus liegt auf Personen, die sich speziell für Blasmusik interessieren. Durch gezielte Programmschwerpunkte wird diese kulturelle Sparte gestärkt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Personal und Logistik

Max Tschopp, Event Manager Live-Sendung
Kurt Bohlhalter, Contest Controller
Heinz Glanzmann, Stage Manager
Lea Stalder, Staff Manager Contest Processing